Landschaftsentwicklung

Das heutige Landschaftsbild entspricht einer Kulturlandschaft, die im Laufe der Jahrhunderte überwiegend durch den Menschen geschaffen wurde. Unsere Region ist ausgesprochen strukturreich: Wälder, Grünland, einzelne Baumgruppen und Äcker vereinen sich zu einem harmonischen Bild und bieten unterschiedlichsten Pflanzen und Tieren einen Lebensraum. Diese Landschaft haben wir einer vielseitigen landwirtschaftlichen Nutzung zu verdanken.

Geschichte der Landschaftsentwicklung

Von der Frühzeit...

Als sich die Menschen sesshaft machten war Mitteleuropa noch dicht bewaldet. Die dichten Wälder dienten zur Gewinnung von Bau- und Feuerholz aber auch als Viehweide. Durch diese Nutzung entstanden über die Jahrhunderte Freiflächen und lichte Wälder und unsere vielfältige Schwarzwaldlandschaft mit ihrem typischen Wechsel von Wiese und Wald und ihrer reichhaltigen Flora und Fauna.

Noch bis Anfang des 20. Jahrhunderts waren diese für Ackerbau und Grünland genutzten Flächen Grundlage für die Ernährung der ansässigen Bevölkerung.

... bis heute

Waren die Menschen früher noch Selbstversorger, steht die Landwirtschaft heute unter dem enormen Druck günstige Lebensmittel für eine große Anzahl von Menschen zu produzieren. Der technische Fortschritt mit verstärktem Einsatz von Maschinen, Dünge- und Pflanzenschutzmitteln macht dies möglich. Jedoch nicht in allen Regionen.

Im Schwarzwald ist diese Entwicklung nur bedingt möglich. Das Klima in den Höhenlagen ist rau und die tief eingeschnittenen Täler bringen steile Flächen und magere Böden mit sich. Diese Hangflächen wurden in früheren Zeiten hauptsächlich als Grünland, zum Teil auch als Acker genutzt.
Noch heute müssen viele der steilen Flächen von Hand gemäht und abgeräumt werden und trotz der hervorragenden Qualität der produzierten Erzeugnisse wird die Bewirtschaftung dieser Flächen immer unrentabler. Motormäher mit Bandrechen für die Bewirtschaftung steiler Hanglagen. Foto: LEV MS Viele Betriebe müssen aufgeben und das Grünland an den steilen Hängen wird sich selbst überlassen oder aufgeforstet.

... und in die Zukunft

Auf brach liegenden Wiesen und ungenutzten Weiden siedeln sich oft innerhalb kurzer Zeit Gehölze an und Baumsämlinge entwickeln sich ungestört. Früher oder später entsteht auf der einst offenen Fläche ein Wald.

Durch diese Entwicklung werden lichtbedürftige Pflanzen verdrängt und viele Lebewesen verlieren Ihre Nahrungsquellen. Tiere, die offene Gebiete als Lebensraum bevorzugen oder benötigen, müssen auf andere Gebiete ausweichen, was aufgrund der voranschreitenden Verwaldung ein immer größeres Problem darstellt.

Für den Menschen jedoch geht eine kulturhistorische Landschaft von einmaliger Schönheit verloren.

Bemerkt wird diese Entwicklung oft erst, wenn die Bäume die Sicht versperren. Ist der Wald dann erst einmal Jahrzehnte alt, kann dieser nur noch mit aufwändigen Maßnahmen entfernt werden, um anschließend die Flächen dauerhaft zu pflegen. Der Aufwand und die Kosten sind enorm, so dass dies nur punktuell geschehen kann.

Die Verwaldung der Region kann nur durch flächendeckende landwirtschaftliche Nutzung gestoppt werden. Jeder einzelne Bauernhof in unserer Region hilft, die Landschaft und damit die besonderer Lebensqualität im Mittleren Schwarzwald zu erhalten.
Stadtansicht Schiltach um 1910. Foto: Stadtarchiv
Stadtansicht Schiltach 2016. Foto: LEV MS
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